Der Zwerg in der Mitte des Wahnsinns – Kurzgeschichte

Lange angekündigt und nun endlich Wahrheit geworden! Eine Kurzgeschichte von Guntah

In der Mitte des Wahnsinns wohnt ein kleiner Zwerg. Er sitzt das in Buddha Manier ganz gelassen auf einem silbernen Hocker und hat einen großen Schläger in der Hand. Ist es vielleicht ein Tennis- oder Tischtennisschläger? Nein. Es ist ein Gong-Schläger. Es sieht von weiten etwas gewaltätig aus, jedoch ist es nicht einfach zu beobachten, weil der Zwerg ja in der Mitte des Wahnsinns wohnt. Das kann man sich ja leicht vorstellen, dass der Wahnsinn nicht so einfach durchsichtig ist, wie ein Klarsichtfolie etwa.

Manchmal, wenn der Wahnsinn richtig überhand nimmt, dann gong der kleine Zwerg. „Bonnnnnggggg“ macht es dann und für einen kurzen Moment halten die Hexen, die den Wahnsinn antreiben wie früher die Cowboys die Rinder in der Pärie, den Atmen an.

Die Ursache dafür liegt auf der Hand. Hexen sind zarte kleine Mädchen, die nicht wenig Sexappeal besitzen und dennoch den Wahnsinn vorantreiben. Aber vielleicht ja gerade deshalb.

Der Zwerg war früher einmal was anderes. Jeder war mal was anderes. Einer hat Bäcker gelernt und ist nun Taxifahrer. Oder er hat ja Jura studiert und gerade vor einem Monat einen Kiosk mit Lotto-Annahmestelle eröffnet. Das Leben ist halt nicht so gradlinig wie eine Parallele.

Also der Zwerg war früher einmal Hausmeister in einem Mädchengymnasium. Damals war das alles grün hier. Sehr grün. Heute ist es nur noch wahnsinnig schmutzig. Eine wirkliche Farbe lässt sich nicht mehr erkenne.

So, der Zwerg hat früher also im Mädchengymnasium gearbeitet. Einen feschen Blaumann hatte er immer an. Einen von diesen, die man von Handwerkern kennt. Mit einem Zollstock in der Seitentaschen und eine kleinen Flachmann in der anderen Hosentasche.

Gesabbelt hat er viel. Damals zumindest. Viel über Müll, kaputte Fenster, explodierte Physiksäale und „Watt is nen Dampfmaschine“. Reguläre Kinderverblödung durch Schulzwang.

Dann eines Tages sind jedoch die Gäule mit ihm durchgegangen. Das war als der stellvertretende Schulleiter Herr Simsalabin ihn aufgefodert hat, Tampoons für die Mädchen in rauen Mengen zu bestellen. Da ist er abgedreht. Das H-B Männchen ist ein schieß dagegen gewesen. Tampoons für 800 pubertiertende Östrogenterroristen. Das war einfach eine Nummer zu groß.

So kamm es dass er anfing den Wahnsinn in sich aufzusaugen. Er saugte und saugte. Vergleichbar nur mit dem Blasen des Wolfes bei den drei kleinen Schweinchen.

Also saugte er jeden Rest Vernunft aus allen Lehrern, der Köchin, der Küchenhilfe und natürlich aus den Mädchen. Die Mädchen fingen an auf Stöcke und Besen zu klettern und heitzen dadurch den Wahnsinn noch weiter an. Es entstand ein permanenter Tornado, der eine gewisse Aufmerksamkeit generierte, so dass sich die Köchin und die Küchenhilfe entschlossen einen Taxischein zu machen und sich zu verpissen.

Die Lehrer rauchten sich tot. Einige, die militanten Nichtraucher unter ihnen, tranken zuviel Rotwein und fielen von der Brücke in das plötzlich auftauchende Moor und versanken.

Jetzt gibt es nur noch den Zwerg und die Hexen, die früher Schülerinnen am Mädchengymnasium waren.

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