Erfahrungen im Nebel

„Derbe! Derbe! Derbe!“ Kalle fluchte heute mal wieder wie ein Kesselflicker. Kalle ist immer, wenn er richtig (oder derbe) schlecht gelaunt ist, ein Freund klarer Aussagen, die nichts aber auch gar nichts vermissen lassen. Dann muss ich immer schnell ausblenden, dass es sich um einen Teddy handelt. Er hat dann eher was von einem Luden, der mit Cowboy-Stiefeln auf seinen Mitbewerber eintritt.
„Was ist denn los, Makker!“ versuche ich mich verbal an das Niveau des vermeindlichen Kuscheltieres zu nähern.
„Ist dir eigentlich schon mal aufgefallen wie scheiße öde der ganze Verlauf deines und damit auch meines Lebens ist? Eine beschissene Berg- und Talfahrt, die jedoch irgendwie keine verfickten Höhepunkte hat.“
Ich muss kurz stutzen und an ein paar Parties und ein paar gute Treffen mit Freunden denken.
„Hej. Kalle. Nun mal langsam. Was fürn Shit erwartest du denn?“
„Ich weiß auch nicht, Meister. Aber soll es so weitergehen? Es ist doch nun mal so.“
Er schaute aus dem Fenster. „Ich sehe keinen scheiß Baum. Ich höre kein Kind plärren und die Butze hier. Wohnung will ich gar nicht sagen, ist zur Miete. Nichts eigenes.“
„Bist du druff? Hast du mit dem Bausparfuchs geschlafen oder was?“
„Ja.“, sagt Kalle und schaut ein wenig sparsam drein.
„Wie kam das denn?“
Keine Ahnung. Wir waren unterwegs. Auf Kiez.

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